Zwei auf einen Streich

summitri01Viel wird über Verwaltungsreform geredet, fast jeder hat ein Konzept, wie man es billiger und besser machen kann. Zum Beispiel die Steiermark, dort werden Gemeinden fusioniert  und sogar Bezirke zusammengelegt. In Oberösterreich setzt man hingegen auf Zusammenarbeit –  über die Bezirks- und Viertelgrenzen hinweg. Eine ganz besondere  Zusammenarbeit gibt es zwischen den Bezirken Ried (Innviertel) und Grieskirchen (Hausruckviertel): Sie teilen sich die höchste Erhebung. Genau auf der Bezirksgrenze steht nämlich der Sulzberg,  770 Metern über dem Meeresspiegel (im Internet findet man ihn ganz einfach bei DORIS).

Ein weiterer Vorteil dieser Kooperation ist, dass Summit-Besteiger zwei auf einen Streich abhaken können und trotzdem viele Wander-Varianten haben. Man überquert den Gipfel fast automatisch, wenn man etwa den 560 Kilometer langen Rupertiweg vom Böhmerwald nach Kärnten geht. Man kann sich auch von der Luisenhöhe in Haag am Hausruck den Bergrücken entlang hanteln oder aber vom Trattnach-Ursprung aus den Grat erklimmen. Und dann geht es dem Hausruck entlang, dieser Bergrücken ist übrigens auch eine kleine Wasserscheide zwischen Donau und Inn: Spuckt man im Bezirk Grieskirchen rinnt es via Trattnach und Innbach binnen weniger Stunden in die Donau, auf der Rieder-Seite macht das Wasser den Umweg über den Inn und Passau.

Der Sulzberg ist sicher nicht der bekannteste Hausruck-Gipfel; die Aussicht ist auf der Warte auf der Luisenhöhe wesentlich besser; geschichtsträchtiger ist der Schlossberg mit dem „Bayrischen Grenzstein“ (das Innviertel gehörte ja bis 1779  zu Bayern) und der Göblberg ist um 31 Meter höher, er liegt aber in der Gemeinde Frankenburg und damit im Bezirk Vöcklabruck. Der Sulzberg hat auch kein Gipfelbuch, wo man sich eintragen kann. Er ist aber trotzdem etwas Besonderes, er hat nämlich statt eines Kreuzes eine riesige Senderanlage am Gipfel, die weithin sichtbar übers Land strahlt. Und er erspart meinen Söhnen durch seine Doppelfunktion eine Wanderung, was ihn bei der Jugend durchaus sympathisch machte. Beim Rückweg nach Gebotskirchen staunten wir übrigens, wie sportlich doch die Pilger sind. Der historische Kreuzweg ist nämlich nicht nur relativ  steil, sondern im unteren Abschnitt auch mit Fitnessstationen ausgestattet. Überhaupt sind viele Wege in der Gegend aufgemotzt und daher ideal für Familien, egal ob es der Weg der Sinne, der Vogerlweg oder der Erlebnisweg Hausruck ist.

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